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Die Macht der Lücke

Erst nach und nach erschließt sich in unseren Gesprächen, wie machtvoll die Arbeit mit der Lücke ist. „Welche gesellschaftliche Lücke schließt Du oder möchtest Du schließen?“ stellt sich wirklich als vollständig andere Frage als „Wofür engagierst Du Dich oder möchtest Du Dich engagieren?“ heraus.

Wenn ich eine Lücke füllen möchte, muss ich das System betrachten.

Um herauszufinden, ob das, wofür ich mich engagieren möchte, wirklich eine Lücke in der Gesellschaft ist, muss ich mir genau ansehen, was zu meinem Thema gemacht und nicht gemacht wird. Ich werde quasi automatisch zur/zum Expert/in meines Themas und des Systems, in dem ich agieren möchte.

Wenn ich eine Lücke füllen möchte, schaffe ich wirklich Neues.

Nicht selten erleben wir, dass eine Idee in der Gesellschaft aufkommt und plötzlich poppen überall ähnliche Projekte auf. Das ist ein wichtiges Element für die Verbreitung von Innovation, doch das das ist nicht die Arbeit der Stewards. Diese gucken darauf, was vor lauter Enthusiasmus über das Neue vergessen wird.

Wenn ich eine Lücke füllen möchte, entwickle ich etwas sehr präzises.

Wenn ich weiß, was die anderen machen, werde ich fast automatisch sehr präzise in dem, was ich machen werde. Ich habe klare Abgrenzungen zu den anderen gesellschaftlichen Aktivitäten. Durch diese Präzision ist mein Vorhaben viel einfacher und übersichtlicher umzusetzen.

Wenn ich eine Lücke füllen möchte, kann ich besser loslassen.

„Ich wurde nachgemacht, yippie“ ist die Reaktion von Stewards auf aufkommende „Konkurrenz“. Denn wenn andere meine Lücke füllen, kann ich mich der nächsten zuwenden. So ist Stewardship tatsächlich ein sehr anderes Konzept als Social Entrepreneurship.

Wenn ich eine Lücke füllen möchte, bleibt mein Ego kleiner.

Eine Lücke entsteht nur, weil sich viele andere engagieren. Ein Steward, der immer seine Lücke im Blick hat, kann demnach gar nicht vergessen, dass er nur ein kleines wenn auch wichtiges Rädchen im gesellschaftlichen Getriebe ist.

Veröffentlicht in Stewards

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